Einführung

Der Traum von automatischen Helfern

 

Die Menschen haben seit Urzeiten davon geträumt, automatische Helfer zu haben, die ihnen die Arbeit abnehmen. Im Mittelalter bis hin zum Anfang des 20. Jahrhunderts gab es immer wieder Versuche, solche Maschinen zu bauen. Diese Maschinen, die teilweise Wunderwerke der Mechanik waren, hatten aber nie eine praktische Bedeutung.


Zwei Beispiele

Vaucansons Ente

Vaucanson* war von der Idee gepackt , einen künstlichen Menschen zu schaffen. Aber sein Ziel schien zu weit gesteckt. Schließlich reduzierte er seinen Traum:

 

Er baute einen Enterich. Sein Automatenerpel schlug mit den Flügeln, schnatterte, trank Wasser und pickte Körner. Diese wurden mit chemischen Stoffen "verdaut" und als entengemäßes Abfallprodukt wieder hergegeben.

 

* Jacques de Vaucanson 
(1709 - 1782)

Quelle: Hesse, S.: Golems Enkel,
Urania Verlag Leipzig/Jena/Berlin 1986

 


Die Droiden der Schweizer Droz & Droz (1774)

Noch heute werden jeden ersten und dritten Sonntagvormittag im Monat in Neuchâtel im Museum der Schönen Künste drei Automaten vorgeführt; ein Schreiber, ein Zeichner und eine Klavierspielerin- Automaten von Droz Vater und Sohn.

 

Die Automaten von Droz & Droz stellten einen gewaltigen Schritt im Automatenbau dar. Es ist überwältigend, wenn die etwa 70 cm hohen Menschenautomaten, der Schreiber (links) und der Zeichner (rechts) mit ihrer schwierigen Tätigkeit beginnen.

 

Der Schreiber kann auf einen beliebigen Text bis zu  40 Zeichen Länge programmiert werden. Der Zeichner kann Amor, der von einem Schmetterling gezogen wird, einen Hund namens Toutou, das Porträt Louis XV. und schließlich die Porträts von Louis XVI. und Marie Antoinette skizzieren. 


Quelle: Hesse, S.: Golems Enkel,
Urania Verlag Leipzig/Jena/Berlin 1986

 


Woher kommt der Begriff Roboter?

Der Begriff 'Roboter' wurde im Jahre 1920 von dem tschechischen Schriftsteller K. Capek in seinem Schauspiel "RUR" geprägt. Er bezeichnete hiermit Maschinenmenschen, die anstelle des Menschen an den Werkbänken stehen. Abgeleitet hat er den Begriff vom slawischen Wort 'rabota' = Arbeit.

Als Geburtsjahr für den praktischen Einsatz von Robotern, d.h. die Erfindung des Industrieroboters, gilt das Jahr 1956.

George C. Devol beantragte in diesem Jahr ein US-Patent für die "Programmierte  Übergabe von Artikeln", welches ihm im Jahre 1961 unter der Nummer 2988237 erteilt wurde. Der erste Prototyp wurde 1958 von der "Devol Consolidated Control Corporation" gebaut. Die ersten serienmäßigen Industrieroboter stellte dann Anfang der 60-ger Jahre die Firma Unimation her.

Die anfänglich nur zögerliche Reaktion der Industrie in den USA und den anderen Industrieländern änderte sich erst, als Japan 1968 massiv in das Robotergeschäft einstieg. Seit dem geht die Entwicklung und der Einsatz von Industrierobotern steil bergauf.

Roboterachsen können rotatorisch oder linear ausgelegt sein. In Abhängigkeit davon wie mehrere dieser Achsen miteinander verbunden werden, ergeben sich unterschiedliche Arbeitsräume und Bezeichnungen der Roboter wie z.B.:


  
Scararoboter Knickarmroboter Linearroboter
Scararoboter Knickarmroboter Linearroboter
(Quelle: Scararoboter:
http://www.epson.de/robots)
(Quelle: Knickarmroboter: http://www.robtec.de)  


Pro und Contra - brauchen wir Roboter?

Zur Frage der Definition was ein Roboter ist, gibt es genauso viele Antworten wie Roboter.

Stichworte hierzu sind: Mehrsprachigkeit, Flexibilität und Programmierbarkeit.

Das vergangene Jahrhundert war das Jahrhundert der Roboter. Roboter werden auch weiterhin in alle Bereiche unseres Lebens eindringen, in die Industrie genauso wie in den privaten Bereich. Der industrielle Einsatz von Robotern ist hierbei nur ein kleines Teilgebiet.

Schon heute werden Roboter in der Industrie höchst vielseitig eingesetzt. Sie transportieren, stapeln, montieren, schrauben, beschicken, beladen, entnehmen, verpacken, sortieren, schneiden, schweißen, gießen, strahlen, löten, dosieren, reinigen, flämmen, kleben, dichten, sprühen, lackieren, schäumen, palettieren, bohren, schleifen, entgraten, messen, testen, prüfen..... (siehe Rubrik Anwendungen)

Aber Roboter forschen auch, bedienen uns und machen sauber. Sie sehen, hören und reden mit uns. Roboter können mittlerweile laufen, fliegen, klettern, schwimmen, tauchen und man kann sie sogar schon im Krankenhaus bei schwierigen Operationen treffen. Für den Einsatz zur Rettung von Menschen bei Umweltkatastrophen oder in Kriegsgebieten werden schon heute so genannte Rescue-Roboter entwickelt. Das gibt es alles nicht nur im Kino. Überzeugen Sie sich in der Rubrik Forschung & Entwicklung oder besuchen Sie die Seiten Roboter & Gesellschaft - Sie werden staunen!

Und was macht ein Roboter in der Freizeit? Da Roboter sehr begabt sind, haben sie auch eine Vielzahl von Hobbys. Die Sportlicheren unter ihnen spielen Tischtennis, Volleyball, Fußball oder (die Denker) Schach. Die mehr musisch veranlagten spielen Klavier, Gitarre oder auch Querflöte. In Japan alles keine Zukunftsmusik mehr - und Deutschland zieht nach.

Ebenso im medizinischen oder im sozialen Sektor könnten Roboter eine große Unterstützung und Hilfe sein. In diesem Bereich tut sich sehr viel - und nicht immer sind die niedlichen kleinen Roboterhunde von Sony nur als Spielzeug da. Hinter all diesen "Spielereien" verbirgt sich harte Arbeit, Wissenschaft und Forschung, unglaublich viel Teamgeist und innovative Entwicklungen mit dem Ziel: Dem Menschen zu dienen und ihm sein Leben zu erleichtern!

Roboter könnten schon heute nicht nur in unserer Industrie weiter verbreitet sein, wenn es nicht, im Gegensatz zu den asiatischen Ländern, noch so viele Vorbehalte und Berührungsängste geben würde. Die Ängste sind menschlich, doch wer sich aktiv mit den Themen rund um Robotertechnik und Robotik beschäftigt, der wird sehr schnell feststellen können, dass diese Ängste unbegründet sind.

Bezüglich der industriellen Roboter hört man immer wieder Argumente, wie:


Roboter sind zu teuer
Die meisten Roboter kommen in der Serien- und Kleinserienproduktion zum Einsatz. Hier amortisieren sie sich meist in 1-2 Jahren. Wo Roboter eingesetzt werden können, bringen sie immer einen Kostenvorteil gegenüber manueller Produktion.


Roboter sind zu kompliziert
Roboter sind einfacher zu beherrschen und weniger störanfällig, als gewisse weit verbreitete PC-Betriebssysteme.


Roboter sind Job-Killer
Genauso wie das Rad, die Dampfmaschine, der Webstuhl, die Eisenbahn, der Mähdrescher, das Auto .....

Die Entwicklung bleibt nicht stehen. Roboter nehmen dem Menschen oftmals schwere, gefährliche oder gesundheitsschädigende Tätigkeiten ab. Aus dem Einsatz von Roboter ergeben sich neue Tätigkeitsfelder und es entstehen neue Arbeitsbereiche.

Wer sich nicht informiert und einfach nur pauschal gegen Roboter ist, sollte sich einmal über die durchschnittliche Lebenserwartung und die möglichen Berufskrankheiten eines Hand-Lackierers informieren. Viele Krebserkrankungen entstehen durch die ständigen Einwirkungen giftiger Lösungsmittel auf den Organismus der Hand-Lackierer.


Roboter können das nicht
Es gibt in der industriellen Produktion fast nichts mehr, was ein Roboter nicht tun kann. Es muss nur das Aufwand/Nutzen Verhältnis geprüft werden.

Bei Umweltkatastrophen können Roboter in schwer zugänglichen oder gefährlichen Gebieten verletzte Menschen orten und bergen. Die Verletzten hätten unter Umständen keine Chance der Rettung. Einem Roboter machen z.B. giftige Gase nichts aus, er kann sich weiter auf die Rettung konzentrieren. Er muss auch nicht um sein Leben fürchten, wenn er in einem einsturzgefährdeten Haus eingesetzt wird. Die Arbeit des Roboter geht hier vorrangig darum, Menschenleben zu retten.


Roboter können nicht auf Veränderungen reagieren
Das ist eine sehr relative Aussage und hängt davon ab, mit wie viel Sinnen sie ausgestattet werden. Fakt ist, dass mit Einführung von Robotern immer die Qualität und Quantität der Produktion steigt. Hinzu kommt, dass Roboter auch die Menschen zu ordentlicherer Arbeit im gesamten Arbeitsablauf zwingen. Es gibt bei ihnen keine Montags- oder Freitagsproduktion, sie werden nicht müde, sind weniger krank (die Krankenrate liegt im Vergleich im 10-tel Bereich) und nehmen keinen Urlaub. Allerdings brauchen sie auch ab und zu mal eine Kur. Die findet aber am Arbeitsplatz statt.

Um die Frage zu klären, ob Mensch oder Roboter besser auf Veränderungen am Arbeitsplatz reagieren können, wäre folgender Versuch interessant:

Mensch und Roboter arbeiten parallel am gleichen Arbeitsplatz. Und dann wird das Licht ausgeschaltet.

Vieles ist halt nicht so einfach zu beantworten, wie es auf den ersten Blick scheint. Veränderung ist nicht alles.